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Pierre Omidyar wurde 1967 als Sohn einer Französin und eines Persers in Paris geboren. Als er sechs Jahre alt war, zog seine Familie nach Washington DC. Er war von Anfang an fasziniert von Computern und schrieb mit 14 sein erstes Softwareprogramm für seine Highschool-Bibliothek. 1988 schloss er sein Studium an der Tufts University in Massachusats mit dem Bachelor of Science in Computer Science ab. Er arbeitete für Claris, einer Tochterfirma von Apple und danach für General Magic im Hightech-Paradies Kalifornien. 1991 war er der Mitbegründer der Ink Development Corporation, einer Firma die eine Art Shopsytemsoftware für das Internet entwickelte. Zu einer Zeit, als das Internet fast ausschließlich zum Datenaustausch verwendet wurde, war dies eine bahnbrechende Idee. Das sah auch Bill Gates so und kaufte 1996 das Unternehmen, das inzwischen als eshop firmierte.
Hauptberuflich arbeitete Omidyar aber immer noch für General Magic. Von den eshops zu seiner Geschäftsidee, die ihn reich machen sollte, war der Schritt gar nicht mehr so groß. An einem Freitagabend, dem Labour Day im September 1995 setzte Omidyar die Idee in die Wirklichkeit um. Er schrieb eine Auktions-Webseite, auf der er testweise einen kaputten Laserpointer anbot, der damals neu einen Wert von etwa 30 Dollar hatte. Er beschrieb den für ihn wertlosen Gegenstand genau, verschwieg auch nicht die Mängel. Eine Woche lang kam kein einziges Gebot. In der zweiten Woche bot jemand drei Dollar, dann jemand vier. Als die Versteigerungsfrist ablief, hatte Omidyar vierzehn Dollar verdient. Mit etwas, das für ihn selbst völlig wertlos war.
Omidyar ahnte, dass diese Art der Auktion große Möglichkeiten eröffnete. Er träumte von einem freien Wirtschaftsraum, in dem die Preise nicht durch Wirtschaftsunternehmen festgelegt werden, sondern durch die Käufer. So eröffnete der eine Webseite unter dem Namen Auction Web. Obwohl die Öffentlichkeit kein Interesse an der Idee hatte, wurde der Ebay-Vorgänger als Geheimtipp durch Mundpropaganda weitergegeben. Was schon Ende 1995 dazu führte, dass Omidyars Provider ihn aufforderte, auf Grund des großen Traffics sein Paket aufzurüsten. So gründete Omidyar die Firma ebay.com und verlangte von seinen Usern einen geringen Geldbetrag für das Erfolgreiche Versteigern der Waren. Innerhalb kurzer Zeit hatte er knapp $10 000 verdient. Trotzdem arbeitete er weiter bei General Magic. Als die Userzahlen rasant nach oben gingen, hatte Omidyar die nächste wegweisende Idee: In seinem Auktionssystem konnten sich die User nun nach dem Geschäft bewerten, sodass ein Missbrauch des Marktplatzes schwieriger wurde, die Geschäfte transparenter waren. Mitte 1996 brachte die Seite bereits so viel Gewinn, dass Omidyar seinen Job bei General Magic kündigte und ebay.com dann 1998 an die Börse brachte. Hier schließt sich der Kreis, denn im Vorfeld des Börsengangs war auch eine breite Öffentlichkeit wichtig, sodass die romantische Geschichte der ebay-Gründung genau passend war.
Dennoch hatte der schärfste Konkurrent, die Auktionssite Onsale, anfangs viermal mehr Kunden als Ebay. Doch Onsale lagerte und verschickte die Ware analog einem echten Auktionshaus selber, was viel zu hohe Kosten verursachte. Omidyars ebay ist dagegen eher ein Marktplatz, das Risiko des abgeschlossenen Geschäfts tragen die Kunden weitgehend selbst. Omidyar begründet dies mit seiner Erziehung. Es selbst sei sehr frei erzogen worden, eigentlich nur mit den Leitsätzen sich anderen gegenüber so zu verhalten, wie man das von anderen auch einem selbst gegenüber erwartet. Ob nun wirklich Ideologie dahinter steckt oder knallharte wirtschaftliche Kalkulation kann dahingestellt bleiben. Tatsache ist, diese Firmenphilosophie hat Erfolg.
Omidyar hat sich zurückgezogen und die Leitung Meg Whitman übertragen. Seiner Aussage nach eine kluge Entscheidung, denn er sei mehr der Kreative. So ist er die graue ebay-Eminenz im Hintergrund. Seine Ideen halten bisher das Unternehmen zusammen mit Withmans wirtschaftlicher Führung auf Erfolgskurs. Inzwischen ist Omidyar wieder zu seinen Wurzeln zurück gegangen und lebt in Frankreich.
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